Lagebericht
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9.3 Umweltschutz, Klimaschutz und Sicherheit

Bayer misst dem Schutz der Umwelt und dem verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen traditionell eine große Bedeutung zu. Dabei setzen wir unsere Kompetenzen und Erfahrungen sowohl bei der Optimierung von Technologien und Prozessen als auch bei der Entwicklung innovativer Produkte zum Schutz der Umwelt, der Natur und des Klimas ein. Wir entwickeln neue Lösungen, um den Ressourceneinsatz zu optimieren, den Ausstoß von Emissionen zu verringern und die Erzeugung von Abfällen zu vermeiden. Um den Einsatz von Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffen ganzheitlich zu analysieren und Maßnahmen zur Minimierung des Verbrauchs ableiten zu können, hat Bayer eine Methodik, den Ressourceneffizienz-Check, entwickelt. Dieser wird zurzeit in Pilotprojekten (in den Teilkonzernen MaterialScience und CropScience) getestet.
Key-Performance-Indikatoren [Tabelle 3.38]
KategorieKey-Performance-Indikatoren Gesundheit, Sicherheit und Umwelt20092010
Gesundheit und
Sicherheit

Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern mit Ausfalltagen
(MAQ*-Wert)
2,01,7
Berichtspflichtige Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern
(MAQ*-Wert)
3,13,1
Umweltereignisse137
Transportunfälle108
Emissionen




Direkte Treibhausgas-Emissionen (CO2-Äquivalente in Mio t)**4,574,80
Indirekte Treibhausgas-Emissionen (CO2-Äquivalente in Mio t)**3,533,70
Flüchtige organische Verbindungen in 1.000 t/a2,592,54
Gesamt-Phosphor im Abwasser in 1.000 t/a0,740,09
Gesamt-Stickstoff im Abwasser in 1.000 t/a0,640,49
Gesamter organisch gebundener Kohlenstoff in 1.000 t/a1,351,42
Abfälle
Erzeugter gefährlicher Abfall in Mio t/a0,380,35
Deponierter gefährlicher Abfall in Mio t/a0,090,06
RessourceneinsatzWassereinsatz in Mio m3/a407474
Energieeinsatz in Petajoule (1015 Joule)/a77,3385,71

Vorjahreswerte angepasst

a = Jahr

* MAQ = Millionen-Arbeitsstunden-Quote, d. h. Anzahl der Unfälle pro einer Million Arbeitsstunden

** Nach Greenhouse Gas Protocol

Unsere Performance in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz überprüfen wir regelmäßig anhand von Key-Performance-Indikatoren. Diese konnten 2010 fast alle verbessert werden, obwohl wir unsere produzierte Verkaufsmenge um rund 20 % gesteigert haben. Als Folge erhöhte sich im Berichtsjahr der Wasser- und Energieeinsatz, aber auch die Menge des organisch gebundenen Kohlenstoffs (TOC). Die Arbeitsunfallquote reduzierte sich erneut. Damit haben wir unser Ziel einer Quote von < 2,0 deutlich unterschritten.
Wir konnten im Jahr 2010 auch einen Rückgang der Umwelt- und Transportereignisse verzeichnen. Hierbei berichten wir gemäß unserer internen Selbstverpflichtung bereits geringe Produktaustritte: bei Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial schon ab 100 kg. Umweltereignisse und Transportunfälle lassen sich trotz unserer umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings leider nicht völlig verhindern. Ereignisse und Unfälle werden detailliert analysiert und bewertet, um adäquate Maßnahmen zu ihrer künftigen Vermeidung einleiten zu können.
Ziel von Bayer ist es, innerhalb des Konzerns weltweit ein angemessenes und gleiches Niveau an HSEQ-(Health, Safety, Environment and Quality – Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität) Leistung zu erreichen und kontinuierlich zu verbessern. Zur Erfüllung dieses Ziels hat Bayer in allen Teilkonzernen und Servicegesellschaften entsprechende HSEQ-Managementsysteme eingerichtet, die sich an anerkannten internationalen Standards orientieren und regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. Rund 90 % aller Bayer-Produktionsstandorte verfügten 2010 über ein durch Bayer auditiertes HSE-Managementsystem. Mehr als 60 % unserer Geschäftstätigkeit (in Bezug auf Produktionsmenge bzw. Energieeinsatz) erfolgt an Standorten, die extern nach international anerkannten Regelwerken, wie z. B. ISO 14001, EMAS, OHSAS 18001, zertifiziert bzw. validiert sind. Alle Teilkonzerne und Servicegesellschaften verfügen über branchenspezifische Qualitätsmanagementsysteme, wie ISO 9001 oder GMP (Good Manufacturing Practice). Hinzu kommen Systeme und Regeln der Teilkonzerne, die produktspezifische Anforderungen aufgreifen.
Die Gesundheit und Sicherheit aller, die mit unseren Produkten umgehen, und der Schutz unserer Umwelt haben für uns höchste Priorität. Produktverantwortung beinhaltet für uns eine umfassende Bewertung der Gesundheits- und Umweltrisiken von der Produktforschung und -entwicklung bis hin zur Produktion und schließt verantwortliches Handeln bei der Produktvermarktung, -anwendung und -entsorgung mit ein. Nahezu alle von Bayer hergestellten Produkte unterliegen umfassenden gesetzlichen Informationspflichten wie z. B. der EU-weiten Chemikalienverordnung „REACH“. Die vorgeschriebene Vorregistrierung bei der Chemikalienagentur (ECHA) haben wir 2009 abgeschlossen. 2010 wurden von uns fristgerecht Registrierungsdossiers für 125 derjenigen Stoffe eingereicht, die Bayer in sehr großer Menge (> 1.000 t/a) herstellt oder importiert oder die besonders gefährlich sind. Bayer hat für die Registrierung vieler dieser Stoffe Konsortien mit Wettbewerbern gebildet, um den Datenaustausch zu fördern und zusätzliche Tierversuche zu vermeiden.

Klimaschutz

Mit dem 2007 veröffentlichten „Bayer-Klimaprogramm“, einer wesentlichen Säule des Bayer-Nachhaltigkeits-Programms, stellt sich Bayer einer der großen globalen Herausforderungen: dem Klimawandel. Wir überprüfen die Energieeffizienz unserer Prozesse, bieten Lösungen für den Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Auch 2010 wurden wir aufgrund unserer transparenten Berichterstattung über Klimastrategie und Treibhausgas-Emissionen erneut in den Carbon Disclosure Leadership Index aufgenommen, als weltweit bestes Unternehmen unserer Branche. Bayer ist außerdem in den neu eingeführten „Carbon Performance Leadership Index“ (CPLI) mit dem Prädikat „A“ aufgenommen worden. Der CPLI bewertet die konkreten Maßnahmen und Leistungen der Unternehmen beim Klimaschutz sowie den Umgang mit den Folgen des Klimawandels.
Eine wichtige Maßnahme zur Verminderung der eigenen Treibhausgas-Emissionen ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Mit dem Analyseinstrument „Bayer Climate Check“ wurden konzernweit insgesamt über 140 Produktionsanlagen und Gebäude (ca. 85 % des produktionsbedingten CO2-Ausstoßes) hinsichtlich ihrer Energie- und CO2-Einsparpotenziale untersucht. Wir erwarten bis 2013 ein realisierbares Energie-Reduktionspotenzial von bis zu 10 %. Die Ergebnisse des 2010 abgeschlossenen Climate Check werden in das Managementsystem STRUCTese™ (Structured Efficiency System for Energy) integriert, das die nachhaltige Umsetzung der Potenziale und die kontinuierliche Effizienzsteigerung unserer Produktionsprozesse sicherstellt. STRUCTese™ soll bis Ende 2012 in 60 unserer energieintensivsten Produktionsbetriebe etabliert werden, um die Realisierung der Einsparziele zu unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt zur Verminderung der Treibhausgas-Emissionen sind Prozess-Innovationen. Ein Beispiel ist ein von Bayer mit Partnern entwickeltes neuartiges klimafreundliches Verfahren zur Chlorherstellung. Die Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie auf Kochsalzbasis macht zukünftig eine Energiereduzierung um 30 % in der Chlorproduktion möglich. Bayer plant, 2011 in Deutschland eine Anlage mit einer Kapazität von zunächst 20.000 Jahrestonnen in Betrieb zu nehmen. 2010 wurden auch unsere verfahrenstechnischen Maßnahmen zur weiteren Reduktion von Lachgasemissionen fortgeführt.
Mit Maßnahmen zur Reduktion der durch Dienstfahrzeuge verursachten CO2-Emissionen (Programm „Eco-Fleet“), dem Einsatz neuer Telekommunikationstechniken zur Verminderung von Geschäftsreisen sowie der Steigerung der Energieeffizienz im IT-Umfeld setzt Bayer im Klimaprogramm zusätzliche Akzente. Die Maßnahmen des Eco-Fleet-Programms führten von 2007 bis Ende 2010 bereits zu einer CO2-Reduktion von 15 %.
Bei der Berichterstattung der Treibhausgas-Emissionen richtet sich Bayer nach dem internationalen Standard des Greenhouse Gas (GHG) Protocol. Bayer strebt an, die Emissionen des Konzerns bis 2020 trotz Produktionswachstums auf dem Niveau von 2007 zu halten. Trotz der im Berichtszeitraum 2010 deutlich gestiegenen produzierten Verkaufsmenge (rund 20 %), insbesondere bei MaterialScience, konnte die Erhöhung der direkten Treibhausgas-Emissionen auf 5,0 % begrenzt werden. Im Wesentlichen trugen dazu Verfahrensverbesserungen sowie Energieeffizienzmaßnahmen bei. Die energiebedingten indirekten Treibhausgas-Emissionen stiegen ebenfalls um 4,8 %. Die Summe der direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen erhöhte sich um 4,9 %.
Um die Transparenz bei der Verfolgung der Zielerreichung zu erhöhen, berichten wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht ausführlich über die Emissionsentwicklung.
Darüber hinaus stellt Bayer Lösungen für den Klimaschutz bereit. Weltweit verursacht der Energieverbrauch in Gebäuden rund 30 % der weltweiten CO2-Emissionen. Mit dem Bayer „EcoCommercial Building (ECB) Program“ ist Klimaschutz im Bausektor heute schon realisierbar. Mithilfe eines Partnerschaftsnetzwerkes, das Zulieferer, Baufirmen, Architekten und Bauherren umfasst, generiert Bayer mit seinen Partnern maßgeschneiderte Lösungen zum Bau energieoptimierter kommerzieller und öffentlicher Gebäude bis hin zu Null-Emissions-Gebäuden. Neben unserem Angebot an Kunden setzen wir auch im eigenen Unternehmen das ECB-Programm um: Ende 2010 z. B. wurde in Greater Noida, Indien, ein Bayergebäude als EcoCommercial Building fertig gestellt.
Letzte Änderung: 28. Februar 2011

http://www.geschaeftsbericht2010.bayer.de/de/umweltschutz,-klimaschutz-und-sicherheit.aspx

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