Lagebericht
Konzernlagebericht

4.5 Finanzlage und Investitionen Bayer-Konzern

Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)[Tabelle 3.19]
 20092010
 in Mio €in Mio €
Brutto-Cashflow*4.6584.771
Veränderung Working Capital/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge7171.002
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)5.3755.773
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit -1.501-2.414
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit-3.246-3.230
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit628129
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang2.0942.725
Veränderung aus Wechselkurs-/Konzernkreisänderungen3-14
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende2.7252.840

Vorjahreswerte angepasst

* Brutto-Cashflow: Ergebnis nach Steuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten abzüglich Gewinne aus der Neubewertung bisheriger Vermögenswerte bei stufenweisem Unternehmenserwerb. Die Position Veränderung der Pensionsrückstellungen umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im operativen Ergebnis (EBIT) als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)

Der Brutto-Cashflow des Jahres 2010 stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 % auf 4.771 Mio € (Vorjahr: 4.658 Mio €). MaterialScience konnte den Brutto-Cashflow geschäftsbedingt signifikant verbessern. Hingegen verzeichneten HealthCare und CropScience einen deutlich geringeren Brutto-Cashflow auch aufgrund höherer Belastungen im Zusammenhang mit Rechtsfällen. Die Mittelbindung im Working Capital konnten wir um 1,0 Mrd € deutlich abbauen. Der Netto-Cashflow des Konzerns stieg um 7,4 % auf 5.773 Mio € (Vorjahr: 5.375 Mio €). Im Netto-Cashflow waren Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 838 Mio € (Vorjahr: 500 Mio €) enthalten.

Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Jahr 2010 sind im Rahmen der investiven Tätigkeit insgesamt 2.414 Mio € abgeflossen (Vorjahr: 1.501 Mio €). Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sanken um 3,9 % auf 1.514 Mio € (Vorjahr: 1.575 Mio €). Davon entfielen auf HealthCare 573 Mio € (Vorjahr: 528 Mio €), auf CropScience 302 Mio € (Vorjahr: 341 Mio €) und auf MaterialScience 498 Mio € (Vorjahr: 504 Mio €). In diesen Ausgaben sind u. a. Beträge für den Ausbau unseres chinesischen Standorts in Shanghai für die Herstellung von Polymer-Produkten, für die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Berkeley, USA, sowie Ausgaben im Rahmen einer Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung im Bereich der ästhetisch-dermatologischen Medizin und für eine strategische Allianz im Bereich der Krebsforschung enthalten. Die Ausgaben für Akquisitionen in Höhe von 31 Mio € entfielen u. a. auf den Erwerb der Artificial Muscle, Inc., USA, im März 2010 durch MaterialScience. Im Vorjahr beliefen sich die Ausgaben für Akquisitionen auf 308 Mio €. Zugeflossen sind im Geschäftsjahr 2010 u. a. Einnahmen aus Desinvestitionen in Höhe von 101 Mio € (Vorjahr: 70 Mio €) sowie Zins- und Dividendeneinnahmen in Höhe von 53 Mio € (Vorjahr: 56 Mio €). Die Ausgaben für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund von Geldanlagen am Kapitalmarkt auf 623 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €).
Die wesentlichen, strategisch relevanten Investitionen in Sachanlagen der operativen Segmente des Bayer-Konzerns der vergangenen zwei Jahre sind in folgender Tabelle dargestellt:
Investitionen in Sachanlagen[Tabelle 3.20]
SegmentBeschreibung
Investitionen 2010 
Pharma
Erweiterung der Produktionskapazitäten für neue Kogenate™-Formulierungen in Berkeley, USA
 Schaffung von Verpackungskapazitäten für die YAZ™-Familie, Berlin, Deutschland
 Kapazitätserweiterung Kontrastmittel, Bergkamen, Deutschland
Consumer HealthErweiterung der Vitamintablettenherstellung und -verpackung, Myerstown, USA
Crop Protection

Erweiterung der Produktionskapazitäten für Fungizide in Kansas City, USA, und Dormagen, Deutschland
 Kapazitätserweiterung für insektizide Wirkstoffe in Dormagen, Deutschland
Environmental Science/
BioScience
Ausbau der Forschungseinrichtungen in Nunhem, Niederlande
 Erweiterung eines Forschungslabors in Gent, Belgien
 Kapazitätserweiterung für die Produktion von Gemüsesaatgut in Parma, USA
MaterialScience
Errichtung eines „world-scale“-TDI-Produktionskomplexes in Shanghai, China
 MakroColor-Produktionsstätte in Noida, Indien
 Errichtung eines Polyurethan-Systemhauses in Moskau, Russland
 Errichtung eines Demonstrations-NaCl-Elektrolyseurs mit Sauerstoffverzehrkathode in Uerdingen, Deutschland

Investitionen 2009

Pharma
Erweiterung der Kontrastmittel-Produktion in Bergkamen, Deutschland
 Erweiterung/Modernisierung der Kogenate™-Produktion in Berkeley, USA
 Erweiterung der Produktionskapazität für Produkte der YAZ™-Familie in Berlin, Deutschland
 Erweiterung der Produktionskapazität in Jakarta, Indonesien
Consumer Health

Erweiterung der Produktion von Vitamin-Produkten in Myerstown, USA
 Neubau Distributionslager zur Konsolidierung der auf Mexiko verteilten
Lagerkapazitäten in Lerma, Mexiko
Crop Protection
Ausbau der Herbizid-Produktionskapazität in Frankfurt a. M. und Knapsack, Deutschland, und Muskegon, USA
 Erweiterung der Fungizid-Produktionskapazität in Dormagen, Deutschland, und Kansas City, USA
 Ausbau der Produktionskapazität für hochaktive Herbizide in Kansas City, USA
 Erweiterung der Formulierkapazität für Nicht-Herbizide in Belford Roxo, Brasilien
 Ausbau der Fungizid-Produktionskapazität in Muttenz, Schweiz
Environmental Science/
BioScience
Kapazitätsausbau der Produktion von Gemüsesaatgut in Parma, USA
 Erweiterung des BioScience-Forschungslabors in Gent, Belgien
MaterialScience
Errichtung eines „world-scale“-TDI-Produktionskomplexes in Shanghai, China
 Polyisocyanat-Produktionsanlage in Ankleshwar, Indien
 Roll-to-Roll Coating Line in Leverkusen, Deutschland
 Errichtung eines Systemhauses in Guangzhou, China
 Lachgas-Reduktion bei der Salpetersäure-Produktion in Dormagen, Deutschland
 Errichtung einer Pilotanlage zur Herstellung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen in
Leverkusen, Deutschland
 EcoCommercial Building in Noida, Indien

Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit sind im Geschäftsjahr 2010 Mittel in Höhe von 3.230 Mio € abgeflossen (Vorjahr: 3.246 Mio €). Hierin sind Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 1.544 Mio € (Vorjahr: 1.442 Mio €) enthalten. Die Netto-Zinsausgaben sanken um 34,1 % auf 517 Mio € (Vorjahr: 785 Mio €). Dies ist u. a. auf den Abbau der Finanzverschuldung zurückzuführen. Die Auszahlungen für „Gezahlte Dividenden und Kapitalertragsteuer“ lagen bei 1.160 Mio € (Vorjahr: 973 Mio €).

Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung

Nettofinanzverschuldung[Tabelle 3.21]
 31.12.200931.12.2010
 in Mio €in Mio €
Anleihen/Schuldscheindarlehen8.3018.209
davon Hybridanleihe1.2671.303
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten3.2512.271
Leasingverbindlichkeiten550562
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten578529
Sonstige Finanzverbindlichkeiten178196
- Positive Marktwerte aus der Sicherung bilanzieller Risiken426331
Finanzverschuldung12.43211.436
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente2.7252.840
- Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte16679
Nettofinanzverschuldung9.6917.917
Die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns konnten wir im Geschäftsjahr 2010 deutlich von 9,7 Mrd € auf 7,9 Mrd € verringern (-18,3 %). Dies basiert auf Mittelzuflüssen aus der operativen Geschäftstätigkeit, während negative Währungseffekte in Höhe von 0,5 Mrd € gegenläufig wirkten. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2010 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2,8 Mrd € (Vorjahr: 2,7 Mrd €). Am Bilanzstichtag belief sich unsere Finanzverschuldung auf 11,4 Mrd € (Vorjahr: 12,4 Mrd €). Darin enthalten ist die im Juli 2005 begebene nachrangige Hybridanleihe mit 1,3 Mrd €. Bei der Beurteilung der Nettofinanzverschuldung ist zu berücksichtigen, dass die Hybridanleihe von Moody’s zu 75 % und von Standard & Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet wird. Verglichen mit klassischem Fremdkapital werden die rating-spezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit der Hybridanleihe deutlich entlastet. Im Geschäftsjahr 2010 verringerten sich unsere langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 11,5 Mrd € auf 9,9 Mrd €. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 1,5 Mrd € auf 1,9 Mrd €.
Letzte Änderung: 28. Februar 2011

http://www.geschaeftsbericht2010.bayer.de/de/finanzlage-und-investitionen-bayer-konzern.aspx

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