Konzernabschluss
5. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden bei Bayer durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen („Management Approach“). Es werden dieselben Rechnungslegungsvorschriften zugrunde gelegt, wie sie für den Konzern in
Anhangangabe [4] beschrieben sind.
Der Bayer-Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Divisionen (HealthCare), Geschäftsbereichen (CropScience) und Business Units (MaterialScience) gesteuert, die aufgrund der wirtschaftlichen Merkmale des Geschäfts, der Art der Produkte und Produktionsprozesse, der Art der Kundenbeziehung sowie der Charakteristika der Vertriebsorganisation und des regulatorischen Umfelds in berichtspflichtige Segmente zusammengefasst werden. Zum 31. Dezember 2010 besteht der Konzern aus drei Teilkonzernen, die sich in fünf berichtspflichtige Segmente aufteilen.
Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:
| Aktivitäten je Segment | [Tabelle 4.12] |
|---|
| Teilkonzern/Segment | Aktivitäten |
| HealthCare | |
Pharma
| Entwicklung, Produktion und Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel, wie z. B. zur Behandlung von Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen, Krebserkrankungen, Multipler Sklerose und zur Empfängnisverhütung sowie von Kontrastmitteln für die diagnostische Bildgebung |
Consumer Health
| Entwicklung, Produktion und Vertrieb von rezeptfreien Arzneimitteln, Dermatologieprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen und Tiere, Tierarzneimitteln und Tierpflegeprodukten sowie Diagnosetechnik wie Blutzuckermessgeräte und Medizinprodukte wie Injektionsgeräte für Diagnoseverfahren |
| CropScience | |
Crop Protection
| Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines umfassenden Produktportfolios aus Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden und Saatgutbehandlungsmitteln für die unterschiedlichsten regionalen Ansprüche |
Environmental Science/BioScience
| Entwicklung, Produktion und Vertrieb einer Vielzahl von Produkten für die Garten- und Landschaftspflege, von nicht landwirtschaftlichen Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie von Saatgut und Pflanzeneigenschaften |
| MaterialScience | |
MaterialScience
| Entwicklung, Produktion und Vertrieb von hochwertigen Produkten im Bereich Polyurethane, Polycarbonate, Lack- und Klebstoffrohstoffe sowie funktionaler Folien; Produktion und Vertrieb von ausgewählten anorganischen Grundchemikalien |
Geschäftsaktivitäten, die keinem anderen Segment zugeordnet werden können, sind unter „Alle sonstigen Segmente“ ausgewiesen. Hierzu zählen vor allem die Dienstleistungen der Servicegesellschaften: Business Services, Technology Services und Currenta.
Die Bayer-Holding-Gesellschaften und die Eliminierung der Intersegment-Umsätze werden in der Segmentberichterstattung als „Corporate Center und Konsolidierung“ dargestellt.
In der Überleitung der Regionentabelle werden konzerninterne Posten und Transaktionen eliminiert (Interregionen-Umsatzerlöse) sowie Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, ausgewiesen. Hierzu gehört insbesondere das Corporate Center.
Die Segmentdaten wurden auf folgende Weise ermittelt:
- Die Intersegment-Umsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsatzerlöse werden marktorientiert festgelegt (Arm‘s-Length-Prinzip).
- Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen sind Kennzahlen, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind, für den Bayer-Konzern jedoch wichtige Steuerungsgrößen bedeuten. Sondereinflüsse sind einmalige bzw. in ihrer Art oder Höhe nicht regelmäßig wiederkehrende Effekte. Das EBITDA entspricht dem EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung zuzüglich Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
- Der Brutto-Cashflow entspricht dem Ergebnis nach Steuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten abzüglich Gewinne aus der Neubewertung bisheriger Vermögenswerte bei stufenweisem Unternehmenserwerb. Die Position „Veränderung Pensionsrückstellungen“ umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im operativen Ergebnis (EBIT) als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.
- Der Netto-Cashflow entspricht dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit nach IAS 7 (Statement of Cash Flows).
- Im Investitionswert sowie im Vermögen sind sämtliche Vermögenswerte enthalten, die einem Segment dienen und deren Anschaffungsausgaben eine Verzinsung erfordern. Seit 2010 werden wesentliche Beteiligungen, die einen direkten Bezug zum operativen Geschäft aufweisen, ebenfalls berücksichtigt. Die Werte für 2009 wurden entsprechend angepasst. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden im Investitionswert während der bilanziellen Nutzungsdauer zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt, da bei der Berechnung der Steuerungsgröße „Cash Flow Return on Investment“ (CFRoI) eine Betrachtung vor Abschreibungen erfolgt. Unverzinsliches Fremdkapital wird abgezogen; angegeben ist der Stichtagswert zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres.
- Der CFRoI drückt das Verhältnis des Brutto-Cashflows zum durchschnittlichen Investitionswert des jeweiligen Jahres aus und ist ein Maßstab für die Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
- Die Equity-Positionen betreffen die Ergebnisse und Buchwerte der at-equity bewerteten Beteiligungen.
- Da die finanzielle Steuerung unserer Konzerngesellschaften zentral über die Bayer AG erfolgt, werden Finanzverbindlichkeiten nicht direkt den einzelnen Segmenten zugeordnet. Grundsätzlich enthalten die in der Position Verbindlichkeiten ausgewiesenen Segmentschulden daher keine Finanzverbindlichkeiten. Diese sind in der Überleitung enthalten.
- Die Anzahl der Mitarbeiter (Festanstellungen und befristete Arbeitsverhältnisse) wird in Vollzeitbeschäftigte (FTE) umgerechnet dargestellt. Teilzeitbeschäftigte werden dabei gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt. Im Gegensatz zum Vorjahr sind statt der Auszubildenden die befristeten Arbeitsverhältnisse enthalten. Die Werte für 2009 wurden entsprechend angepasst.
Die nachfolgenden Tabellen enthalten die Überleitungsrechnungen des operativen Ergebnisses (EBIT), des Vermögens und der Verbindlichkeiten der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns, zum Konzernvermögen bzw. zu den Konzernverbindlichkeiten.
| Überleitung vom operativen Ergebnis der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns | [Tabelle 4.13] |
|---|
| | 2009 | 2010 |
| | in Mio € | in Mio € |
| Operatives Ergebnis der Segmente | 3.204 | 2.949 |
| Operatives Ergebnis Corporate Center | -198 | -219 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 3.006 | 2.730 |
| Finanzergebnis | -1.136 | -1.009 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.870 | 1.721 |
| Überleitung vom Segment- zum Konzernvermögen | | [Tabelle 4.14] |
|---|
| | 2009 | 2010 |
| | in Mio € | in Mio € |
| Vermögen der operativen Segmente | 45.098 | 44.515 |
| Vermögen Corporate Center | 1.222 | 1.016 |
| Nicht verteilte Vermögenswerte | 4.722 | 5.975 |
| Gesamtvermögen | 51.042 | 51.506 |
| Vorjahreswerte angepasst |
| Überleitung von Segment- zu Konzernverbindlichkeiten | [Tabelle 4.15] |
|---|
| | 2009 | 2010 |
| | in Mio € | in Mio € |
| Verbindlichkeiten der operativen Segmente | 12.295 | 14.373 |
| Verbindlichkeiten Corporate Center | 3.204 | 3.382 |
| Nicht verteilte Verbindlichkeiten | 16.592 | 14.855 |
| Verbindlichkeiten Gesamt | 32.091 | 32.610 |
Hinsichtlich der Überleitungsrechnung der Segmentumsätze zu den Konzernumsätzen wird auf die Darstellung innerhalb der Kennzahlen nach Segmenten verwiesen (
Anhangangabe [1]).
Informationen über geografische Gebiete
Die Außenumsätze nach Verbleib sowie die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen teilten sich regional wie folgt auf:
| Informationen über geografische Gebiete | | [Tabelle 4.16] |
|---|
| | Außenumsatz nach Verbleib | Immaterielle Vermögens- werte und Sachanlagen |
| | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 |
| | in Mio € | in Mio € | in Mio € | in Mio € |
| Deutschland | 4.147 | 4.432 | 15.944 | 14.425 |
| USA | 6.753 | 7.109 | 5.333 | 5.633 |
| China | 1.741 | 2.418 | 1.966 | 2.230 |
| Sonstige | 18.527 | 21.129 | 7.712 | 7.710 |
| Gesamt | 31.168 | 35.088 | 30.955 | 29.998 |
Informationen über wichtige Kunden
Im Geschäftsjahr 2010 und im Vorjahr wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Bayer-Konzerns getätigt.