Konzernabschluss
Konzernabschluss

26. Andere Rückstellungen

Die einzelnen Rückstellungskategorien entwickelten sich im Geschäftsjahr 2010 wie folgt:
Entwicklung Andere Rückstellungen[Tabelle 4.77]
 SteuernUmwelt-
schutz
Restruk-
turierung
Kunden-
und Liefe-
ranten-
verkehr
Rechts-
streitig-
keiten
PersonalSonstigeSumme
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
31.12.20098122852038294391.6463914.605
Konzernkreis-
änderungen

-24

-

-5

-

-

-

4

-25
Zuführung45425608447601.1381653.446
Inanspruchnahme-306-32-95-654-282-1.064-175-2.608
Auflösung-61-16-41-52-30-78-37-315
Aufzinsung-2--337-42
Währungs-
änderungen

28

17

7

61

17

50

23

203
31.12.20109032811291.0289071.7293715.348
Für die im Geschäftsjahr 2010 bilanzierten Rückstellungen werden die folgenden Mittelabflüsse erwartet:
Erwartete Mittelabflüsse Andere Rückstellungen[Tabelle 4.78]
 SteuernUmwelt-
schutz
Restruk-
turierung
Kunden-
und Liefe-
ranten-
verkehr
Rechts-
streitig-
keiten
PersonalSonstigeSumme
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
201161186761.0246551.1702483.870
201221821410610626283
2013443211-18754184
2014-44--75-83
20159224-39820219
2016 und später15413913-12520573709
Gesamt9032811291.0289071.7293715.348
Den Rückstellungen standen Erstattungsansprüche in Höhe von 137 Mio € (Vorjahr: 135 Mio €) gegenüber, die als Forderung aktiviert wurden. Sie bezogen sich im Wesentlichen auf Erstattungsansprüche aus Produkthaftung sowie auf Umweltschutzmaßnahmen. 

26.1 Steuern

Die Rückstellungen für Steuern umfassten Rückstellungen für Ertragsteuern in Höhe von 772 Mio € (Vorjahr: 686 Mio €) sowie Rückstellungen für sonstige Steuerarten in Höhe von 130 Mio € (Vorjahr: 126 Mio €).
Weitere Ertragsteuerverpflichtungen gemäß IAS 12 bestanden zum Ende des Berichtsjahres in Höhe der bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten von 62 Mio € (Vorjahr: 93 Mio €). 

26.2 Umweltschutz

Die Rückstellungen für Umweltschutz betreffen im Wesentlichen die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. 

26.3 Restrukturierungen

Von den Rückstellungen für Restrukturierungen entfielen 109 Mio € (Vorjahr: 166 Mio €) auf Abfindungen und 20 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) auf sonstige Kosten, die sich im Wesentlichen aus Abrisskosten sowie sonstigen mit der Aufgabe von Produktionseinrichtungen verbundenen Kosten zusammensetzten.
Im Teilkonzern HealthCare wurde im November 2010 ein Restrukturierungsprogramm begonnen, das zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz des Teilkonzerns führen soll. Die Maßnahmen betreffen alle Funktionsbereiche und sollen neben einer langfristigen Kostenentlastung auch zu einer Verschiebung von Aktivitäten aus den gesättigten Märkten in die Wachstumsländer führen. Darüber hinaus führten die im Rahmen der Schering-Integration beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen zu weiteren Auszahlungen im Jahr 2010. Wesentliche Einzelmaßnahmen fanden in den USA und in Deutschland statt. Für die genannten und weitere Maßnahmen bestanden zum 31. Dezember 2010 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 77 Mio €. Davon entfielen 68 Mio € auf Abfindungen und 9 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.
Im Teilkonzern CropScience fanden Restrukturierungsmaßnahmen insbesondere in Frankreich statt. Dort wurden mehrere Gesellschaften verschmolzen, um die Voraussetzung für optimierte Kostenstrukturen sowie für Effizienzsteigerungen im Verwaltungsbereich zu schaffen. Es bestanden zum 31. Dezember 2010 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 26 Mio €. Hiervon entfielen 21 Mio € auf Abfindungen und 5 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.
Die im Teilkonzern MaterialScience durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen betrafen im Wesentlichen die Optimierung des Produktionsstandortes in New Martinsville in den USA. Die Restrukturierungsrückstellungen betrugen zum 31. Dezember 2010 14 Mio €. Davon entfielen 9 Mio € auf Abfindungen und 5 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.  

26.4 Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr umfassen Rückstellungen für Rabatte, Skonti und andere Verkaufspreisanpassungen, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge. 

26.5 Rechtsstreitigkeiten

Die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken werden in Anhangangabe [32] dargestellt. 

26.6 Personal

Mit den Personalrückstellungen wird bilanzielle Vorsorge vor allem für variable und individuelle Einmalzahlungen, Überschüsse auf Langzeitkonten, Zahlungen aufgrund von Mitarbeiterjubiläen, Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitvereinbarungen sowie sonstige Personalkosten getroffen. Ferner sind hier die Verpflichtungen aus aktienbasierter Entlohnung ausgewiesen.
Die Aktienprogramme des Bayer-Konzerns sind nach Mitarbeitergruppen differenzierte Kollektivzusagen. Grundsätzlich werden – wie für Vergütungssysteme mit Barausgleich gemäß IFRS 2 (Share-based Payment) vorgesehen – alle Verpflichtungen, die aus den aktienbasierten Programmen hervorgehen, durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe zum Bilanzstichtag dem beizulegenden Zeitwert der jeweils erdienten Anteile der jeweiligen Zusagen an die Mitarbeitergruppen entspricht. Alle daraus resultierenden Wertänderungen werden aufwandswirksam erfasst.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der für die jeweiligen Programme gebildeten Rückstellungen:
Entwicklung Rückstellungen für aktienbasierte Programme[Tabelle 4.79]
 Aktien-
Incentive-
programm


Aktien-
Beteili-
gungs-
pro-
gramm
Aspire I
drei-
jähriges
Programm

Aspire II
drei-
jähriges
Programm

Aspire I
vier-
jähriges
Programm

Aspire II
vier-
jähriges
Programm

Summe




 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
31.12.20094155960--138
Zuführung-314135742
Inanspruchnahme-1-6-36-40---83
Auflösung-1-2-9-5---17
Währungsänderungen--12--3
31.12.201021029305783
Der Gesamtperiodenaufwand für alle aktienbasierten Vergütungsprogramme betrug 42 Mio € (Vorjahr: 124 Mio €).
Die Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen aus den aktienbasierten Programmen wurde auf der Grundlage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, die auf folgenden wesentlichen Parametern basierte:
Parameter Monte-Carlo-Simulation[Tabelle 4.80]
 20092010
Dividendenrendite2,49 %2,69 %
Risikoloser Zinssatz1,57 %1,12 %
Volatilität Bayer-Aktie34,93 %34,43 %
Volatilität EURO STOXX 5029,46 %31,09 %
Korrelation zwischen dem Bayer-Aktienkurs und dem EURO STOXX 500,680,69

Langfristiges Vergütungsprogramm für Mitglieder des Vorstands sowie für die obere Führungsebene (Aspire I)

Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene sind seit dem Jahr 2005 zur Teilnahme an Aspire I berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Bemessungsbasis für Aspire I ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielbetrag). In Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex Dow Jones EURO STOXX 50, jeweils bezogen auf eine dreijährige bzw. – ab der im Jahr 2010 aufgelegten regulären Tranche – vierjährige Performance-Periode, wird nach Ablauf des Programms an die Teilnehmer ein Betrag von maximal 300 % des Aspire-Zielbetrags für vierjährige Tranchen bzw. 200 % für dreijährige Tranchen ausgezahlt. Im Jahr 2010 wurde zusätzlich letztmalig eine Tranche mit dreijähriger Performance-Periode aufgelegt.

Langfristiges Vergütungsprogramm für das mittlere Management (Aspire II)

Für die übrigen Führungskräfte und für das mittlere Management wird seit dem Jahr 2005 Aspire II angeboten. Es entspricht in seinen Grundzügen Aspire I. Im Gegensatz zu diesem ist ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen. Der maximal erreichbare Ertrag ist auf 250 % des Aspire-Zielbetrags für vierjährige Tranchen bzw. auf 150 % für dreijährige Tranchen begrenzt.

BayShare 2010

Allen Managementebenen und Tarifmitarbeitern wird jährlich unter dem Namen „BayShare“ ein Aktien-Beteiligungsprogramm angeboten, bei dem Bayer einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien gewährt. Die Höhe des Zuschusses, der jährlich neu festgelegt wird, belief sich auf 20 % (Vorjahr: 20 %) des Zeichnungsbetrags. Die Mitarbeiter gaben einen festen Betrag an, für den sie Aktien zeichnen wollten. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb auf 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €) bzw. 5.000 € (Vorjahr: 5.000 €) begrenzt. Die erworbenen Aktien werden in gesonderten Depots verwahrt und unterliegen einer Veräußerungssperre. Diese endet jeweils am 31. Dezember des Jahres, das dem Jahr des Aktienerwerbs folgt.
Im Jahr 2010 wurden im Rahmen des BayShare-Programms insgesamt rund 405.000 Aktien (Vorjahr: 395.000 Aktien) durch die Mitarbeiter erworben.

Aktienprogramme der Jahre 2000 – 2004

Die in den Jahren 2000 bis 2004 aufgelegten Aktienprogramme basieren jeweils auf ähnlichen Grundstrukturen für die jeweilige Mitarbeitergruppe. Veränderungen der entsprechenden Verpflichtungen werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert im Abschluss berücksichtigt. Der Anspruch auf Ausschüttungen aus diesen Programmen ist an die Bedingung geknüpft, dass die Bayer-Aktien über die Programmlaufzeit gehalten werden. Die Tranchen aus dem Jahr 2000 liefen im Geschäftsjahr 2010 ab und führten zu Auszahlungen.
Die bis 2004 ausgegebenen noch laufenden Programme sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
Aktienprogramme der Jahre 2001 – 2004[Tabelle 4.81]
 Aktien-
Incentive-
programm
Aktien-
Beteiligungs-
programm
Ausgabejahr2001 – 20042001 – 2004
Ursprüngliche Laufzeit in Jahren1010
Sperrfrist bzw. Zuteilungstermine ab Ausgabe in Jahren2/6/102/6/10
Basiskurs00
Performance-Kriteriumjanein

Aktien-Incentiveprogramm AIP

Für das mittlere Management wurde bis 2004 ein Aktien-Incentiveprogramm begeben. Die Teilnehmer erhalten zu definierten Zeitpunkten während der jeweils zehnjährigen Programmlaufzeit den Gegenwert einer bestimmten Anzahl von Bayer-Aktien. Für je zehn Aktien, die die Mitarbeiter als Eigeninvestment in das Programm eingebracht haben, sind dies nach zwei Jahren zwei Aktien, nach sechs und zehn Jahren jeweils vier weitere Aktien. Die Bedingung für die Incentivierung ist, dass die Programmteilnehmer die eingebrachten Aktien am betreffenden Incentivierungszeitpunkt in einem hierfür eingerichteten Mitarbeiter-Depot halten und der seit Programmauflegung erzielte prozentuale Kursanstieg der Bayer-Aktie über dem des Aktienindex Dow Jones EURO stoxx 50 liegt. Die durch die Mitarbeiter eingebrachten Aktien können während der Programmlaufzeit verkauft werden, wobei die verkauften Aktien vom folgenden Incentivierungstermin an nicht mehr incentivierungsberechtigt sind. Die Zahl der Aktien, die vom einzelnen Mitarbeiter in das Programm eingebracht werden konnten, war wertmäßig auf die Hälfte seiner leistungsabhängigen Bonuszahlung für das jeweilige vorangegangene Geschäftsjahr begrenzt.

Aktien-Beteiligungsprogramm ABP

Das bis einschließlich 2004 geltende Aktien-Beteiligungsprogramm für die weiteren Mitarbeitergruppen entspricht in seiner Struktur dem Aktien-Incentiveprogramm, wobei sich die Incentivierung ausschließlich an der Haltedauer der als Eigeninvestment der Mitarbeiter in das Programm eingebrachten Bayer-Aktien orientiert. Die Incentivierungsleistung ist gegenüber dem Aktien-Incentiveprogramm halbiert. Nach zwei Jahren Haltedauer wird je zehn Aktien Eigeninvestment der Gegenwert einer Bayer-Aktie gewährt, nach sechs bzw. zehn Jahren der Gegenwert jeweils zwei weiterer Aktien. 

26.7 Sonstige

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Gewährleistungen, Produkthaftung, Entsorgungsverpflichtungen – sofern nicht als Rückstellung für Umweltschutz erfasst –, Eventualverbindlichkeiten aus Akquisitionen sowie Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten.
Letzte Änderung: 28. Februar 2011

http://www.geschaeftsbericht2010.bayer.de/de/andere-rueckstellungen.aspx

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