Konzernlagebericht
9.2 Mitarbeiter
| Mitarbeiter-Kennzahlen | [Tabelle 3.36] |
|---|
| | 31.12.2009 | 31.12.2010 |
| | in FTE | in FTE |
| Mitarbeiter pro Region | | |
| Europa | 54.600 | 54.300 |
| Nordamerika | 16.600 | 16.400 |
| Asien/Pazifik | 23.000 | 24.600 |
| Lateinamerika/Nahost/Afrika | 16.800 | 16.100 |
| Mitarbeiter nach Funktion | | |
| Produktion | 48.400 | 47.200 |
| Vertrieb | 40.200 | 41.100 |
| Forschung und Entwicklung | 12.800 | 13.200 |
| Verwaltung | 9.600 | 9.900 |
| Gesamt | 111.000 | 111.400 |
| Auszubildende | 2.700 | 2.600 |
| in % | in % |
| Prozentsatz an Frauen im Konzernführungskreis | 5,5 | 6,5 |
| Anzahl der Nationalitäten im Konzernführungskreis | 22 | 21 |
Anteil Vollzeitmitarbeiter mit vertraglich festgelegter Arbeitszeit von maximal 48 h/Woche | 100 | 100 |
| Anteil Mitarbeiter mit Krankenversicherung | 95 | 94 |
Anteil Mitarbeiter mit Zugangsberechtigung zu einer betrieblichen Altersversorgung oder einer unternehmensfinanzierten Altersversorgung | 74 | 73 |
Anteil Mitarbeiter, die durch Kollektivvereinbarungen erfasst werden, insbesondere hinsichtlich Löhnen und Arbeitsbedingungen | 56 | 55 |
Vorjahreswerte angepasst
Die Anzahl der Mitarbeiter (Festanstellungen und befristete Arbeitsverhältnisse) wird in Vollzeitbeschäftigte (FTE) umgerechnet dargestellt. Teilzeitbeschäftigte werden dabei gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt. Im Gegensatz zum Vorjahr sind statt der Auszubildenden die befristeten Arbeitsverhältnisse enthalten.
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Belegschaftsentwicklung
Am 31. Dezember 2010 beschäftigte der Bayer-Konzern weltweit 111.400 Mitarbeiter (Vorjahr: 111.000). Damit ist die Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2010 nahezu konstant geblieben (+0,4 %). In Deutschland hatten wir 36.200 Mitarbeiter (Vorjahr: 36.000), dies entspricht einem Anteil von 32,5 % am Gesamtkonzern. Die Beschäftigtenzahl von HealthCare lag bei 55.700 (Vorjahr: 55.800). CropScience beschäftigte 20.700 (Vorjahr: 20.500) Mitarbeiter und MaterialScience 14.700 (Vorjahr: 14.600). Die weiteren 20.300 Mitarbeiter (Vorjahr: 20.100) sind überwiegend in den Service-Gesellschaften sowie 700 (Vorjahr: 700) davon in der Bayer AG beschäftigt. Darüber hinaus belief sich die Zahl der Auszubildenden, die nicht in der Gesamtsumme enthalten sind, am Bilanzstichtag auf 2.600 (Vorjahr: 2.700).
Der Personalaufwand erhöhte sich im Jahr 2010 um 4,2 % auf 8.099 Mio € (Vorjahr: 7.776 Mio €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Währungseffekte und regelmäßige Gehaltsanpassungen zurückzuführen.
Vergütung und Mitarbeiterbeteiligung
Die Vergütung im Bayer-Konzern folgt einer weltweit einheitlichen Systematik, die konzernweit eine transparente und leistungsgerechte Bezahlung und Incentivierung unserer Beschäftigten gewährleistet. Auf der Grundlage regelmäßiger Wettbewerbsanalysen bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein leistungs- und verantwortungsbezogenes Grundgehalt, das durch attraktive erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile sowie umfangreiche Nebenleistungen ergänzt wird.
So sind für das Geschäftsjahr 2010 allein im Rahmen des konzernweiten Short-Term-Incentive-Programms über 500
Mio € an variablen Einmalzahlungen an unsere Beschäftigten vorgesehen. Verschiedene Aktienbeteiligungsprogramme ermöglichen unseren Mitarbeitern zudem den vergünstigten Erwerb von Unternehmensanteilen. Sie sind in zahlreichen Ländern Bestandteil unserer umfangreichen Zusatzleistungen und bieten den Beschäftigten eine weitere Möglichkeit, am Unternehmen und seinem wirtschaftlichen Erfolg teilzuhaben. Für das obere und mittlere Management bestehen mit den „Aspire“-Programmen (siehe dazu auch Bayer-Konzernabschluss,
Anhangangabe [26.6]) bereits seit 2005 konzernweit einheitliche aktienbasierte Vergütungsprogramme, die sich durch anspruchsvolle Renditeziele und – soweit die Konzernführungskräfte betroffen sind – ein angemessenes Eigeninvestment auszeichnen.
Engagierte und loyale Mitarbeiter
Die Strategie des Bayer-Konzerns lebt vom Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Leistungsbereitschaft und die Fähigkeiten der Beschäftigten kontinuierlich zu fördern und weiterzuentwickeln ist daher ein zentrales Ziel unserer Personalpolitik. Wertvolle Erkenntnisse und Ansatzpunkte dazu lieferte uns im Berichtsjahr die erstmals weltweit durchgeführte Mitarbeiterbefragung. Fast 70 % der Beschäftigten aller Länder und Konzernbereiche äußerten sich in der anonymen Umfrage zu ihrer Wahrnehmung von Strategie, Kultur und Arbeitsbedingungen im Unternehmen.
Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zeigen, dass sich die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten – deutlich mehr als 80 % – in einem hohen Maße mit Bayer verbunden fühlt und das Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber schätzt. Knapp 85 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hoch motiviert und engagieren sich überdurchschnittlich stark für das Unternehmen und seinen Erfolg. Bestätigt werden diese Ergebnisse durch die geringe Zahl von freiwilligen Austritten von Mitarbeitern aus dem Unternehmen. Ihre Quote betrug in den großen Konzerngesellschaften in Deutschland lediglich 0,4 %. Die Fluktuationsrate, die auch Pensionierungen und weitere Austrittsgründe umfasst, betrug im Berichtsjahr konzernweit rund 9 %. In den Bereichen, in denen uns die Rückmeldungen der Beschäftigten auf Verbesserungsbedarf aufmerksam gemacht haben, werden wir zielgerichtete Maßnahmen einleiten.
Die Grundlage dafür bilden die überarbeiteten Werte und Führungsprinzipien des Bayer-Konzerns. Diese erhielten mit dem einprägsamen Kürzel „LIFE“ eine neue, prägnante Form. Ziel ist es, die Unternehmensleitlinien noch besser im beruflichen Alltag zu verankern und anzuwenden. LIFE steht für Leadership (Führung), Integrität, Flexibilität und Effizienz.
Verantwortungsbewusste Personalpolitik
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind weitere Bestandteile unserer Unternehmenspolitik – eine Einschätzung, die von über 80 % unserer Mitarbeiter weltweit bestätigt wird. Nahezu sämtliche unserer Beschäftigten sind entweder gesetzlich krankenversichert oder können entsprechende Angebote des Unternehmens nutzen. Konzernweit haben 73 % der Belegschaft Zugang zu einer Form der betrieblichen Altersvorsorge. Die Beteiligung von Arbeitnehmervertretern ist Teil unseres Anspruchs als partnerschaftlich und verantwortlich handelndes Unternehmen. Kollektive Regelungen wie Tarifverträge oder betriebliche Vereinbarungen bestimmen die Arbeitsbedingungen von 55 % (Vorjahr: 56 %) unserer Mitarbeiter. Auch in China haben die Mitarbeiter unserer Konzerngesellschaften bereits an sechs Standorten gewerkschaftliche Arbeitnehmervertreter gewählt, drei weitere sollen in Kürze folgen. Der im November 2010 angekündigte konzernweite Stellenabbau soll weitgehend sozialverträglich gestaltet werden. In Deutschland, dem mit 36.200 Mitarbeitern weiterhin größten Standort des Unternehmens, sind betriebsbedingte Kündigungen durch eine Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende 2012 ausgeschlossen.
Vielfalt und Internationalität
Bayer strebt als weltweit tätiges Unternehmen eine möglichst vielfältige und internationale Zusammensetzung seiner Belegschaft an. So gehören dem Konzernführungskreis, der obersten Managementebene des Unternehmens, Angehörige von 21 verschiedenen Nationen an. Fast 70 % dieser Führungskräfte stammen aus den Ländern, in denen sie tätig sind. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Anstrengungen für eine größere personelle Vielfalt ist die langfristige Erhöhung des Frauenanteils im Unternehmen und besonders in Führungspositionen. Insgesamt betrug der Anteil unserer weiblichen Beschäftigten im Berichtsjahr konzernweit 35 %. Um den Frauenanteil in Führungspositionen mittelfristig weiter zu steigern, hat der Konzernvorstand eine sogenannte Zielgröße beschlossen. Danach wollen wir den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis 2015 konzernweit in Richtung 30 % entwickeln.
| Mitarbeiterstruktur des Bayer-Konzerns 2010 | [Tabelle 3.37] |
|---|
| | Frauen | Männer | Gesamt |
| Außertariflich Beschäftigte inkl. Führungskräfte | 10.200 | 22.100 | 32.300 |
| Fachkräfte | 29.100 | 50.000 | 79.100 |
| Gesamt | 39.300 | 72.100 | 111.400 |
| Auszubildende | 800 | 1.800 | 2.600 |
Ausbildung und Nachwuchsgewinnung
Vielfalt, internationale Karrierechancen, ein modernes Arbeitsumfeld sowie soziales Engagement machen Bayer weltweit zu einem attraktiven Arbeitgeber. Wir konnten daher im Berichtsjahr konzernweit insgesamt mehr als 4.000 akademisch qualifizierte Fach- und Führungskräfte als Mitarbeiter für unser Unternehmen gewinnen. Allein in Indien rekrutierten wir mehr als 750 Hochschulabsolventen, in Deutschland waren es rund 700 und in den USA über 350. Um Schulabgänger und Studenten schon früh von den beruflichen Möglichkeiten bei Bayer zu überzeugen, haben wir die Aktivitäten unseres Hochschulmarketings im Jahr 2010 um Unternehmensauftritte in sozialen Netzwerken erweitert. Ergänzt werden diese Kommunikationsmaßnahmen durch die mehr als 2.700 anspruchsvollen Berufspraktika, die wir im Berichtsjahr weltweit an Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen vergeben haben.
Neben der Einstellung von Hochschulabsolventen gehört die eigene Ausbildung von jungen Menschen zu den wichtigsten Maßnahmen, um einem möglichen Fachkräftemangel aufgrund des demographischen Wandels zu begegnen. Auch im Jahr 2010 begannen daher allein in Deutschland wieder mehr als 900 Jugendliche bei uns eine Ausbildung in einem von über 20 Berufen.
Weiterbildung und Wissenserhalt
Auf den demographischen Wandel, der in vielen Industrienationen eine Herausforderung darstellt, reagieren wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen. Mit unseren umfangreichen Weiterbildungsangeboten fördern wir das Wissen unserer Mitarbeiter und passen es an veränderte Anforderungen an. Mit dem 2010 gestarteten „Bayer Senior Experts Network“ (BaySEN) möchten wir die langjährige Erfahrung pensionierter Führungskräfte für das Unternehmen erhalten und gezielt an die nachfolgende Generation weitergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Maßnahmen zur Begegnung des demographischen Wandels ist der kontinuierliche Ausbau des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Mit zahlreichen Angeboten wollen wir in vielen Ländern die Gesundheit und die berufliche Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter auch angesichts einer verlängerten Lebensarbeitszeit fördern und erhalten. So wurden im Rahmen des Tarifvertrags „Lebensarbeitszeit und Demographie“ für die Tarifbeschäftigten in Deutschland die Möglichkeit geschaffen, eine umfangreiche medizinische Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen und das individuelle Arbeitspensum von besonders beanspruchten Mitarbeitern in den Jahren vor der Pensionierung deutlich zu verringern.